Aufzucht

Im allgemeinen habe ich festgestellt, daß die Chilipflanze eine relativ genügsame Pflanze ist und wenn ein paar grundsätzliche Dinge beachtet werden stellt sich der Erfolg fast immer ein.

Die Chilipflanze ist nichts anderes als ein enger Verwandter der Gemüsepaprika und ist in der Praxis fast gleich zu behandeln:

Als Standort für eine Pflanze sollte ein warmer und heller, aber halbschattiger Platz gewählt werden.
Als Substrat kann eine normale Blumenerde genomemn werden.
Die Erde sollte feucht, aber nicht naß sein.
Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.


Die Chilipflanze ist ein sogenannter “Selbstbestäuber”. Damit die Pflanze die Schoten bildet braucht also nicht zwingend eine zweite Pflanze zu Befruchtung der Blüten.
Im Gegenteil! Soll der Samen dieser Pflanze sortenrein gehalten werden, ist darauf zu achten, dass keine Querbestäubung erfolgt. Ein paar Meter Abstand zwischen den jeweiligen Sorten sollten es da schon sein.


Düngen sollte man die Pflanze erst dann, wenn sich die Schoten schon am bilden sind. Sonst wachsen an der Pflanze zwar jede Menge Blätter und sonstiges Kraut, aber nur wenig Schoten.
Als Dünger eignet sich ein Dünger für Tomatenpflanzen. Am besten ist hierbei ein Flüssigdünger zu verwenden, da die Wirkung hier sehr schnell einsetzt.

Da die Chilischoten (je nach Sorte) eine ziemlich lange Reifezeit besitzen ist eine frühzeitige Vorzucht der Pflanze in geeigneten Räumlichkeiten zu empfehlen.
Mein bevorzugter Aussaattermin ist der Dezember. Dann ist die Pflanze zum Freilandtermin groß genung um bei dem Beginn der Wärmeperoiode sofort mit der Blütenproduktion zu beginnen.

Zu diesem Zweck habe ich mir im Keller eine Ecke eingerichtet, die ich mit einer Beleuchtungsanlage (Marke Eigenbau) versehen habe.

Zur Anzucht nehme ich Blumenschalen, die ich mit Anzuchterde befülle. Dann streue ich den Chilisamen in diese Schale und anschließend kommt wieder etwas Erde darüber. Der Samen sollte hierbei vollständig mit Erde bedeckt werden, jedoch auch nicht mehr als 5 mm!

Anschließend wird das ganze feucht gehalten und an einem hellen Ort bei normalen Raumtemperaturen aufgestellt.
Eine Wärmematte verkürzt die Zeit bis zum austreiben. Sie ist aber teuer und bei zu hohen Temperaturen schiessen die Keimlinge zu schnell auf und  werden schwächlich.
Ich hab es immer ohne gemacht und es klappt bisher ganz gut.

Die Keimdauer ist Sortenabhängig und kann zwischen 10 und 30 Tagen betragen. Bei der Sorte “Santa Fe” sind schon nach 10 Tagen die ersten Keimlinge zu erkennen.
Sofort, nachdem die ersten Keimsitzen zu sehen sind, muß auseichend beleuchtet werden. Nur so erhält man am Ende auch kräftige und gesunde Pflanzen. Manche Pflanzen haben an ihren Keimblättern noch die leeren Samenkapseln hängen. Finger weg! - Mit der Zeit entledigen sich die meisten Pflanzen von diesen Kapseln. Hilfreich ist jedoch, wenn die Pflanze feucht gehalten wird. Dadurch bleibt diese Kapsel weich und der Keimling hat es leichter sich der Kapsel zu entledigen. Mit einer Sprühpumpe geht das ganz gut.

Zuerst bilden diese Pflanzen sogenannte “Keimblätter” aus. Erst nachdem die Pflanze danach auch ihr erstes normales Blattpaar ausgebildet hat, sollte man die Pflanzen in einzelne Gefässe vereinzeln. Hierzu haben sich Joghurtbecher mit einem Loch im Boden bestens bewährt.
Beim umsetzen sollte die Pflanze ruhig etwas tiefer eingesetzt werden. Das gibt der Pflanze die nötige Stabilität und fördert die Wurzelbildung.
Auch in diesem Stadium ist immer an eine ausreichende Beleuchtung zu denken, da sonst die Pflanzen zu schwach werden.

Mindestens noch einmal sollten die Pflanzen umgetopft werden um den Wurzeln immer ausreichend Platz zu geben. Ein sichtbares Zeichen für diesen Zeitpunkt ist, wenn die Pflanzen nur noch in die Höhe wächst und keine Seitentriebe ausbildet. Auch hier sollte beim umtopfen die Pflanze immer etwas tiefer eingepflanzt werden.


Nach erfolgter Vorzucht kommen die Pflanzen zum gegebenen Zeitpunkt in das Freiland. Bei dieser Gelegenheit sollten die Pflanzen in ihr endgültiges Gefäss umgetopft werden. Um Staunässe zu vermeiden kann in diesen Topf zuerst eine 3 cm dicke Schicht Blähton (z.B. Seramis) eingefüllt werden. Erst dann sollte die Blumenerde folgen. Da im Freien die Bodenerde zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr kalt sein kann ist eine Weiterzucht in ausreichend großen Gefäßen zu empfehlen (Je grösser um so besser). Ich habe immer die 15 Liter-Blumentöpfe genommen. Im Blumenkasten geht es auch, aber dann bleiben die Pflanzen deutlich mickriger und es muss auch intensiver gedüngt werden.
Erfahrungen über das direkte Einpflanzen in das Freiland habe ich noch nicht. Ich werde es aber dieses Jahr mal wagen.


Beim richtigen Zeitpunkt gehen die Meinungen auseinander:
Allgemein sagt man ja, dass die Eisheiligen 12.-15. Mai abgewartet werden sollten.  Ich habe aber auch schon am Ende der April die Pflanzen nach draussen gestellt (Kübelpflanzen). Ich denke, wenn die Nachttemperatur 10 Grad nicht mehr unterschreitet kann man es wagen.
 

Ist diese Übergangszeit vorbei braucht man nur noch auf gutes Wetter zu hoffen, regelmässig giessen und auf Schädlings- und Krankheitsbefall zu achten. Dabei muss man aber auch konsequent sein.

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